Eventlocation finden und vergleichen

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Die richtige Location entscheidet über den Erfolg eines Events – und die teuersten Fehler passieren, bevor überhaupt gefeiert wird: zu kleine Räume, versteckte Nebenkosten und Sperrzeiten, die das Fest vorzeitig beenden. Diese Checkliste führt dich Schritt für Schritt durch Auswahl und Vergleich.

✓ Kurzantwort

Die passende Eventlocation ergibt sich nicht aus dem schönsten Foto, sondern aus dem Abgleich von sieben Faktoren: Gästezahl, Budget inklusive Nebenkosten, Termin, Erreichbarkeit, Barrierefreiheit, Technik/Catering und einem belastbaren Schlechtwetterplan. Wer diese vor der Besichtigung festlegt und Angebote anhand identischer Kriterien vergleicht, vermeidet die teuersten Fehler.

✍️ Autor: Eventary Team  •  ✅ Fachlich geprüft von: Fachreview Location ausstehend  •  📅 Aktualisiert: September 2026

1. Anforderungen vor der Suche festlegen

Bevor du eine Location ansiehst, brauchst du dein Anforderungsprofil, sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen. Die fünf Pflichtangaben: Gästezahl (mit realistischer Ober- und Untergrenze), Gesamtbudget, Wunschtermin plus zwei Ausweichtermine, maximale Anfahrtszeit für die Mehrheit der Gäste und die Art des Events. Als grobe Planungsrichtwerte für die Fläche gilt: Ein Bankett mit Tischen braucht mehr Platz pro Person als ein Stehempfang. Diese Werte sind reine Planungshilfen – die rechtlich zulässige Höchstzahl legt die Genehmigung der Location fest (siehe nächster Abschnitt).

2. Kapazität, Raumaufteilung und Barrierefreiheit prüfen

Die entscheidende Frage ist nicht „Wie viele passen rein?“, sondern „Wie viele sind genehmigt?“.

In Deutschland ist das Versammlungsstättenrecht Ländersache, die meisten Bundesländer orientieren sich aber an der Muster-Versammlungsstättenverordnung (MVStättVO). Nach deren § 1 greifen die strengeren Auflagen für Rettungswege, Brandschutz und Sicherheitspersonal bei Versammlungsräumen, die einzeln mehr als 200 Besucher fassen (Fassung Juli 2014). Weil es Detailabweichungen je Bundesland gibt, gilt: Frag den Betreiber immer nach der genehmigten Höchstpersonenzahl – am besten schriftlich.

🇦🇹 Für Österreich: Dort ist Veranstaltungsrecht ebenfalls Landessache – jedes Bundesland hat ein eigenes Veranstaltungsgesetz. Bei der baulichen Sicherheit greift die OIB-Richtlinie 4, die Versammlungsstätten-Anforderungen ab mehr als 120 gleichzeitig anwesenden Personen definiert. Die Schwelle liegt damit niedriger als in Deutschland.

Für die Barrierefreiheit klärst du vor Ort: stufenloser Zugang, barrierefreies WC, Aufzug bei Obergeschossen, Parkplätze in der Nähe. Ein „im Prinzip barrierefrei“ reicht nicht – lass dir konkret zeigen, wie ein Gast im Rollstuhl vom Parkplatz bis zur Tanzfläche kommt.

3. Kosten und Vertragspositionen vergleichen

Der Mietpreis ist selten der Endpreis. Häufig „vergessene“ Nebenkosten: Endreinigung, Kaution, Personalkosten für Auf- und Abbau, Korkgeld bei eigenem Catering, Stromkosten bei hohem Technikbedarf, GEMA-Gebühren für Musik, Heizung außerhalb der Saison und Überstundenzuschläge bei Verlängerung. Lass dir jede Position einzeln im Angebot benennen.

Beim Vertrag lohnt der Blick auf Anzahlungshöhe, Stornobedingungen und die Regelung bei höherer Gewalt. Wichtig zu wissen: Bei der Anmietung von Räumen handelt es sich juristisch meist um einen Mietvertrag – und der ist heikler, als viele denken. Der Bundesgerichtshof entschied mit Urteil vom 02.03.2022 (Az. XII ZR 36/21) über einen Fall, in dem ein Brautpaar Veranstaltungsräume gemietet und im Voraus bezahlt hatte, die Feier aber wegen eines behördlichen Corona-Verbots nicht stattfinden konnte. Die Richter urteilten, dass das Brautpaar die bereits bezahlte Miete nicht zurückverlangen konnte, weil das Überlassen der Räume als solches weiterhin möglich war. Die Verbraucherzentrale NRW weist allerdings darauf hin, dass in solchen Fällen grundsätzlich auch eine nachträgliche Anpassung des Vertrages in Betracht kommt, etwa eine Reduzierung der Miete oder eine Verschiebung des Termins. Prüfe Storno- und Anzahlungsklauseln also genau, bevor du unterschreibst.

4. Technik, Catering und Sperrzeiten klären

Die drei stillen Deal-Breaker. Technik: Reicht der Strom für Band oder DJ, Licht und Küche gleichzeitig? Gibt es WLAN und Verdunklung für Präsentationen? Catering: Ist ein Caterer vorgeschrieben (Inhouse-Zwang) oder darfst du frei wählen? Gibt es eine nutzbare Küche? Sperrzeiten: der Klassiker, der Feste vorzeitig beendet. Bis wann darf drinnen laut Musik laufen, ab wann gilt draußen Ruhe? Das ist kommunal beziehungsweise landesrechtlich geregelt und variiert stark je nach Adresse und Lage – kläre die konkrete Sperrzeit für diese Location immer schriftlich, statt dich auf Faustregeln zu verlassen.

5. Besichtigung mit Checkliste durchführen

Geh nie ohne strukturierte Liste in die Besichtigung – vor Ort überzeugt die Atmosphäre, und man vergisst die harten Fragen. Nimm mit: Maßband, Anforderungsprofil, Kamera und die Vergleichsliste (Download unten). Prüfe an Ort und Stelle: tatsächliche Raumgröße, Zustand der Sanitäranlagen, Zufahrt für Lieferanten, Parkplätze, Handyempfang, Lärmquellen in der Umgebung – und lass dir den Schlechtwetter-Plan B zeigen.

6. Angebote bewerten und Entscheidung dokumentieren

Vergleiche mindestens drei Angebote anhand identischer Kriterien – sonst gewinnt das am besten formulierte, nicht das beste. Leg eine einfache Bewertungsmatrix an: Kriterien in die Zeilen (Kapazität, Gesamtpreis, Nebenkosten transparent, Erreichbarkeit, Barrierefreiheit, Sperrzeit, Flexibilität), Locations in die Spalten, Punkte von 1 bis 5. So wird die Entscheidung nachvollziehbar – auch gegenüber Vorstand, Familie oder Chef. Dokumentiere die finale Wahl mit Datum und Begründung.

Zeitpunkt: Für beliebte Termine (Mai bis September, Dezember) gilt als Erfahrungswert: früh buchen, oft 9 bis 12 Monate vorher. Für Wochentags-Events oder Randmonate reicht meist weniger Vorlauf.

⬇ Kostenlose Checkliste zum Mitnehmen

Location-Check: Besichtigungs- & Angebotsvergleichsliste – 3 Seiten als PDF zum Ausdrucken. Enthält Anforderungsprofil, Checkliste für die Besichtigung (Kapazität, Technik, Catering, Sperrzeiten, Vertrag) und eine Bewertungsmatrix für bis zu drei Locations.

Kostenlos, ohne Anmeldung.

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Quellen

  • Muster-Versammlungsstättenverordnung (MVStättVO), Fassung Juli 2014, § 1 – Fachkommission Bauaufsicht (is-argebau.de)
  • BGH, Urteil vom 02.03.2022, Az. XII ZR 36/21 – via Verbraucherzentrale NRW
  • OIB-Richtlinie 4 (Österreich) – Nutzungssicherheit, Versammlungsstätten ab 120 Personen